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Die Mütter meiner Freunde

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In Highheel-Klapperlatschen von Berkemann stolziert

Am fünfzehn Meter Kabel mit der Nachbarin telefoniert

Und war das Essen fertig

Riss das Küchenfenster auf

Vier Finger im Mund, tief Luft geholt

Der Pfiff rief alle Kinder rauf

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Die Mütter meine Freunde konnten pfeifen

Sie haben ihre Lippen gespitzt

Die Mütter meine Freunde konnten pfeifen

Sie haben ihre Lippen gespitzt

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In Plastik-Küchenschürzen, der zu kurze Rock kaschiert

Und bei den Schularbeiten abgelenkt, nie was kapiert

Die Fehler ganz zwangsläufig 

Frass der Tintenkiller auf

Das Gemecker groß, das war doch klar

Den Anpfiff nahmen wir gern in Kauf

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In dicken Lockenwicklern, die Haare frisch frisiert

Und für knallrote Lippen bei Budnikowski investiert 

Ging es dann wieder spielen

Wurde sich kurz runter gebückt

Und ob man wollte oder nicht

Ein Kuss auf die Nase gedrückt

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Die Mütter meiner Freunde konnten küssen

Sie haben ihre Lippen gespitzt

Die Mütter meiner Freunde konnten küssen

Sie haben meine Unschuld stibitzt

Foto eines Kleien Stickers an einem Laternenpfahl in der Hamburger City. Illustration zu diesem kleinen Lied. Zu diesem „Chanson Comic“: „Die Mütter meiner Freunde“. Tatsächlich konnten sie pfeifen. Tatsächlich übten sie einen gewissen Reiz auf uns Jungs aus. Ihre Hacken-Berkemanns, die roten Lippen und die dicken Lockenwickler waren Zeichen eines Aufbegehrens gegen diesen kleinbürgerlichen Mief, zu dem sie uns dennoch erzogen. Den sie uns dennoch vormachten.

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